Nahrungsmittelintoleranz: Wenn der Magen zwickt …

Vier häufige Nahrungsmittelintoleranzen im Überblick

Nahrungsmittelunverträglichkeit – was zunächst als Modekrankheit abgetan wurde, scheint sich heutzutage zu einem Volksleiden zu entwickeln. Bauchmoment kennt die vier häufigsten Nahrungsmittelintoleranzen und stellt ihre Ursachen sowie Symptome vor. Hat man das Gefühl, an einer Unverträglichkeit zu leiden, sollte man einen Magen-Darm-Arzt aufsuchen und vor allem eins tun: nicht verzweifeln, denn mit Nahrungsmittelintoleranzen kann man gut leben. Die wichtigsten Unverträglichkeiten im Überblick.

Laktoseintoleranz

Rund 15 bis 20 Prozent der Deutschen vertragen Milchzucker (Laktose), der beispielsweise in Milch, Sahne, Käse und Joghurt, aber auch in Fertigprodukten zu finden ist, nicht. Das ist nicht viel, denn man weiß heute, dass rund drei Viertel der gesamten Weltbevölkerung an dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden. Davon leben die meisten Betroffenen in Asien, Afrika oder Südamerika. 

Doch wie kommt das? Ein gesunder Mensch produziert bereits bei der Geburt das Enzym Laktase, das die Laktose in ihre Bausteine zerlegt, da nur die einzelnen Bausteine vom Blut aufgenommen werden. Im Laufe der Zeit nimmt die Menge des Enzyms ab – bei manchen mehr als bei anderen. Aufgrund dieses Enzymmangels kann die Laktose nicht mehr gespalten werden und Darmbakterien bauen die Botenstoffe ab. Völlegefühl, Bauchschmerzen und -krämpfe oder Durchfall sind die Folge, ebenso wie Kopfschmerzen und Schwindel. 

Ob man betroffen ist, kann der Gastroenterologe über einen sogenannten H2-Laktose-Atemtest, Bluttest oder eine Genanalyse feststellen. Lautet die Diagnose Laktoseintoleranz, so muss man nicht verzweifeln: Mittlerweile finden sich in Supermarktregalen vermehrt laktosefreie Lebensmittel. Wer dennoch nicht auf Käse oder Milchprodukte verzichten möchte, kann eine Laktase-Tablette vor jeder Mahlzeit einnehmen, um die Verdauung zu unterstützen.

Zöliakie

Leidet man an Zöliakie, so bildet der Körper Antikörper, sobald das Eiweiß Gluten in den Dünndarm gelangt. Häufig nehmen wir Gluten mit oftmals alltäglichen Getreidesorten auf – dazu zählen Gerste, Roggen, Weizen, Dinkel, Grünkern und Hafer. Die Antikörper, die bei Betroffenen nach dem Verzehr entstehen, lösen eine Entzündungsreaktion aus, durch die sich die Darmzotten zurückbilden. Auch eine genetische Veranlagung kann Ursache für die Glutenunverträglichkeit sein. 
Betroffene leiden häufig unter Symptomen wie Durchfall, Gewichtsverlust, fettigen Stühlen, Blutarmut, Bauchschmerzen und Müdigkeit – ein Teil der Betroffenen hat jedoch auch kaum Beschwerden. Die Diagnose stellt der Magen-Darm-Arzt über einen Bluttest oder eine Magenspiegelung. Nach Einschätzung der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft wird die Krankheit jedoch lediglich bei einem von 200 Getesteten diagnostiziert. Ist man einer von ihnen, empfiehlt es sich, die Ernährung auf glutenfreie Alternativen wie Mais, Amaranth, Buchweizen, Reis, Hirse oder Quinoa umzustellen.

Fructose-Malabsorption

Die Fructoseintoleranz oder Fructosemalabsorption ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der Fruchtzucker, häufig in Obst und Gemüse zu finden, nicht vertragen wird. Jeder dritte Westeuropäer ist heute von ihr betroffen. Die Diagnose erfolgt über einen H2-Fructose-Atemtest. 

Betroffene leiden häufig unter Blähungen, Bauchkrämpfen, Depressionen, Durchfällen, Verstopfungen, Schlaflosigkeit und Müdigkeit. Der Grund für die Fruchtzuckerunverträglichkeit ist meist ein Transportsystem im Dünndarm, welches nicht mehr richtig funktioniert. Mögliche Ursachen können zum Beispiel Antibiotikatherapien sein. Dieser Defekt des Transportsystems führt dazu, dass die Fructose nicht oder nicht ausreichend verdaut wird und somit zu Beschwerden führen kann. 

Ein Tipp für Fructose-Malabsorber

Obst in geringen Mengen nicht pur, sondern beispielsweise in Kombination mit Müsli und/oder Joghurt essen. Dadurch gelangt die Fructose weniger konzentriert in den Darm. Weiterhin verursacht der Konsum von Obst- und Gemüsesorten mit einem geringen Fructosegehalt, wie beispielsweise von Beeren oder Gurken, häufig keine Beschwerden. Um dem Körper alles zu geben, was er braucht, bietet es sich an, zusätzlich ein Vitaminpräparat, das keine Fructose enthält, einzunehmen.

Histamin-Intoleranz

Betroffene, die Histamin schlecht vertragen, bilden meist zu wenig vom körpereigenen Enzym Diaminoxidase, das normalerweise den Botenstoff abbaut, oder haben eine genetische Veranlagung. Die Folge: Das Histamin, das wir beispielsweise beim Verzehr von reifem Käse, Rotwein oder Konserven aufnehmen, bleibt länger im Blut und führt u. a. zu Kopfschmerzen, Migräne, Magen-Darm-Problemen, Herzrasen oder Nesselsucht. 

Diese Unverträglichkeit ist jedoch sehr selten. Wissenschaftler schätzen, dass nur ein Prozent der Bevölkerung Histamin nicht verträgt. Oftmals tritt die Histaminintoleranz in Kombination mit anderen, vorherigen Krankheiten auf. Ob man betroffen ist, lässt sich durch einen DAO-Bluttest oder bei einer Ernährungsberatung feststellen. Ist dies der Fall, sollte man histaminhaltige Lebensmittel meiden.

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