Es ist wieder Heuschnupfenzeit!

Alle Jahre wieder: Während sich die meisten über die warmen Sonnenstrahlen, die blühenden Blumen und das Vogelgezwitscher freuen, kommen rund 18 Millionen in Deutschland bei Frühlingsbeginn die Tränen. Fast jeder Fünfte ist hierzulande vom sogenannten Heuschnupfen betroffen. Juckende und tränende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase, häufiges Niesen und im schlimmsten Fall Atemnot sind die Antwort auf verschiedene Pollen. Bauchmoment hat sich Heuschnupfen genauer angeschaut und beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Allergie.

Was ist eigentlich Heuschnupfen?

Unter Heuschnupfen versteht man eine Pollenallergie. Es handelt sich also um eine Allergie gegen den Blütenstaub von Pflanzen. Besonders Gräser- und Getreidepollen, aber auch früh blühende Bäume wie Hasel, Erle und Birke sowie einige Kräuter sind oftmals der Auslöser für Heuschnupfen.

Heuschnupfen tritt hauptsächlich in der sogenannten Hauptblühperiode – also im Frühjahr und Sommer – auf. Wann genau die Pflanzen blühen und Betroffene auf den Blütenstaub reagieren ist, jedoch unterschiedlich: Jede Pollenart hat ihre eigene Flugsaison, die u.a. vom Wetter abhängt und sich jedes Jahr ändern kann. Da die meisten Allergiker auf mehr als eine Blütenpflanze reagieren, können sich die Symptome im schlimmsten Fall aufgrund der unterschiedlichen Blütezeiten von Februar bis Oktober hinziehen. Bereits wenige Pollenkörner reichen aus, um bei einem Pollenallergiker die typische heftige Reaktion des Immunsystems auszulösen. Und Folgendes sollte man nicht vergessen: Es besteht das Risiko, dass man bei Nichtbehandlung der Pollenallergie unter Atemnot leidet. Bei rund 30 Prozent der Patienten entwickelt sich innerhalb von zehn Jahren ein bronchiales Asthma.

Auch sogenannte Kreuzallergien sind häufig anzutreffen. Bis zu 60 Prozent der Pollenallergiker entwickeln dann eine Nahrungsmittelallergie. Die eigentliche Allergie ist dabei auf die entsprechenden Pollen gerichtet. Das Immunsystem erkennt plötzlich ähnliche Eiweißstrukturen in Lebensmitteln. Durch die Reaktion auf bestimmte Pollenarten kann es nun dazu kommen, dass Betroffene dann zusätzlich auf Kern- und Steinobst unabhängig von der Pollenflugzeit reagieren.

Wer leidet unter Heuschnupfen?

Zunächst scheinen genetische Faktoren in Form von Vererbung ausschlaggebend zu sein. Hierbei wird die genetische Veranlagung für eine erhöhte IgE Produktion in Hinblick auf einen Allergenkontakt betrachtet. Es wird eine Vererbung von ca. 60 Prozent angenommen, wenn beide Eltern unter einer Pollenallergie leiden.

Des Weiteren kann bisher noch nicht abschließend erklärt werden, warum die Erkrankung an Allergien in den letzten Jahrzehnten in den Industrienationen verstärkt zugenommen hat. Zwei Faktoren scheinen dabei relevant zu sein: Durch den entstandenen Treibhauseffekt und die damit einhergehende Erderwärmung haben sich die Pollenmengen in der Atemluft erhöht. Die Blühperiode beginnt früher im Jahr und verläuft rund zehn bis 14 Tage länger. Zudem reagieren Menschen in stark belasteten Regionen aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens häufiger auf Pollen und zeigen stärkere Heuschnupfensymptome auf. Auch scheint die Anzahl der Sensibilisierungen sich zu erhöhen, wenn die Ozonkonzentration ansteigt.

Was sind Symptome von Heuschnupfen?

Die Symptome und ihre Ausprägung variieren unter den Allergikern. Am häufigsten betroffen sind Regionen rund um Nase und Mund wie:

  • gerötete, tränende und brennende Augen
  • Schwellungen der Augen
  • ggf. Bindehautentzündung
  • laufende oder verstopfte Nase
  • häufiges Niesen
  • rauer Rachen
  • ggf. Atemnot

Was tun, wenn man unter Heuschnupfen leidet?

Wenn man unter Heuschnupfen leidet, sollte man nicht verzweifeln, denn man kann einiges tun, um die Symptome zu lindern und zu reduzieren.

Antiallergika bzw. Antihistaminika können gegen mögliche Symptome der Pollenallergie helfen. Die bekanntesten sind Loratadin und Cetirizin. Doch aufgepasst: Bei der Einnahme von Antihistaminika kann es verstärkt zu Müdigkeit kommen. Reicht diese medikamentöse Behandlung nicht aus, kann es notwendig sein, in Absprache mit einem Arzt eine gewisse Zeit lang cortisonhaltige Medikamente zur Inhalation oder als Nasenspray zu nehmen. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung der Pollenallergie ist die sogenannte Hyposensibilisierung. Hierbei wird die Ursache der Pollenallergie behandelt. Der Patient bekommt die Allergene in verdünnter Form verabreicht. Der Körper wird somit langsam an die an sich harmlose Substanz gewöhnt. Die verstärkte Abwehrhaltung auf die Allergene nimmt ab. Bei vier von fünf Patienten mit Heuschnupfen hilft diese Methode.

Bauchmoment gibt wertvolle Tipps, mit denen jede Lebenslage trotz pollenallergie gemeistert werden kann.

  • Pflegeroutine anpassen. Regelmäßiges Händewaschen und Duschen sorgt dafür, dass die Pollen nicht auf der Haut und in den Haaren haften bleiben – das lindert die Symptome. Auch die Kleidung sollte gewechselt werden, wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt.
  • SOS-Hilfe. Schnelle Abhilfe kann bei tränenden Augen direkte Kühlung durch ein Kühlpad leisten. Reiben Sie niemals die Augen!
  • Gründlicher Frühjahrsputz. Durch regelmäßiges Wischen und Staubsaugen werden die Pollen in der Wohnung und somit die Beschwerden von Betroffenen reduziert. Auch Bettwäsche und Handtücher sollten regelmäßig gewechselt werden.
  • Reine Wäsche. Geben Sie Ihre Wäsche in den Trockner und lassen Sie sie nicht an der Luft trocknen. So bleiben die Pollen der Kleidung fern.
  • Wind meiden. Bei warmem und windigem Wetter fliegen Pollen besonders gut. Dann sollte Sport an der frischen Luft unbedingt unterlassen werden. Hier empfiehlt es sich, lieber ins Fitnessstudio zu gehen.
  • Raus nach Regen. Nach einem Regen ist die Luft gereinigt und lädt zum durchatmenden Spaziergang ein.
  • Ruhige Nächte. Damit man nachts ruhig durchschlafen kann, sollte man das Schlafzimmer möglichst pollenfrei halten. Deshalb sollte das Fenster geschlossen bleiben und erst morgens zum Lüften geöffnet werden. Weiterhin sollte Kleidung, die man draußen getragen hat, aus dem Schlafzimmer verbannt werden. Sind die Symptome so stark, dass eine angenehme Nachtruhe nahezu unmöglich ist, kann man Antihistaminika verwenden.
  • Reine Luft. Bringen Sie Pollenschutzgitter vor den Fenstern an. Bis zu 80 Prozent der Pollen können so von der Wohnung ferngehalten werden.
  • Erholsame Auszeit. Für den Urlaub kommen Orte bzw. Landschaften in Frage, wo die Pollenbelastung gering ist. Hochgebirge oder das Meer eignen sich perfekt dafür.

Tipps und Tricks …
um dem Heuschnupfen zu trotzen!

Sie möchten selbst aktiv werden und trotz Pollenallergie entspannt durch den Alltag kommen? Die goldene Regel bei Heuschnupfen lautet: Gehen Sie den Pollen aus dem Weg bzw. werden Sie diese so schnell wie möglich wieder los!

Wenn die Nacht zum Tag wird …


Die Folgen von Schlafstörungen und was Sie gegen sie tun können Eigentlich sollte man ein gutes Drittel seines Lebens mit Schlafen verbringen – doch wer kennt es nicht: Häufig liegen…

Grippeschutzimpfung – ja oder nein?


Winterzeit ist Erkältungszeit! Werden die Tage immer kürzer und die Temperaturen kälter, stellen sich viele die Frage: Sollte ich mit einer Grippeimpfung Erkrankungen vorbeugen? Bringt die Grippeimpfung überhaupt etwas? Und…

Durch Diagnose Darmkrebs am Existenzminimum


Er kommt meist schleichend und unbemerkt: Darmkrebs ist eine stille Krankheit; häufig gibt es keine Warnzeichen, die auf sie hinweisen. Oft kommt die Diagnose unvermittelt und verändert das Leben von…

Speisen auf Reisen – So beugen Sie einem Magen-Darm-Infekt im Urlaub vor!


Viele haben es schon einmal erlebt: Man freut sich auf Erholung, Sonne, Strand und Meer. Gerade hatte der Urlaub begonnen und schon melden sich auf unangenehme Weise Magen und Darm.…